Grichtsbesuch der 10B

Im Rahmen des Rechtskundeunterrichts besuchte die Klasse 10B am 24.11.2014 das Amstgericht in Siegen. Der Besuch war Teil des Rechtskundeunterrichts, der seit einigen Jahren für die Jgst. 10 angeboten wird. Seit Schuljahresbeginn kommt dafür Dr. Paul Springer, Leiter des Amtsgerichts, für zwei Stunden in die Schule, um einen Überblick rund ums Recht zu geben. In 12 Doppelstunden geht es noch bis zu den Weihnachtsferien darum, zu erfahren, was Recht und Rechtsstaat bedeuten, welche Rechtsgebiete es gibt und wie die Gesetzgebung in Deutschland geregelt ist. Außerdem erfuhren die SchülerInnen wofür eine Haftpflicht- und eine Rechtschutzversicherung sinnvoll sind. An Beispielen aus Filmen und Zeitungsartikeln bearbeiteten die SchülerInnen das Zivilrecht, öffentliche Recht, Vertragsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Eherecht, Betreuungsrecht und das Gewaltschutzgesetz. Mahnungen und Mahnverfahren kamen ebenso wie der Ablauf von Strafverfahren zur Sprache. Herr Springer versuchte bei allen Themen, Beispiele aus der Erlebniswelt und dem Vorwissen der Schüler zu finden, und beriet sogar in Eintelfällen. Besonderen Eindruck machte der Besuch des Gerichts. Nach der Sicherheitskontrolle erhielten die SchülerInnen einen Überblick über das Gebäude und die Aufgaben der Wachtmeister. Anschließend folgten sie Herrn Boka, Wachtmeister am Amtsgericht, in den Keller, um sich die Sicherheitsschleuse für Gefangenentransporte, die Wartezellen und die Zellen für den Wochenendarrest anzusehen. In der Gruppe ließen sich manche dort sogar  kurz einschließen und waren sichtlich froh, wenn nach einer Minute die Tür wieder geöffnet wurde. Durch ein gesichertes Treppenhaus gelangten sie dann in einen fensterlosen, videoüberwachten Verhandlungssaal. Während sie auf den Plätzen der Richter und Anwälte Platz nahmen, erfuhren sie, welche Prozesse hier unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen stattfanden/stattfinden. Anschließend war vorgesehen an drei Gerichtzsverhandlungen teilzunehmen, was leider daran scheiterte, dass zwei Angeklagte nicht erschienen. Die Wartezeit nutzten einige dafür, um "einmal über die rote Brücke  gehen zu dürfen" (Schülerzitat). Die dritte Verhandlung fand reges Interesse und die Schüler verfolgten gespannt den Berichten der Beteiligten. Nach der Urteilsverkündung sorgte das Erlebte noch für Gesprächsstoff und man hatte den Eindruck, dass hier viel gelernt und reflektiert wurde.