Unsere Erfahrung


Die Ganztagshauptschule Achenbach versteht sich als eine Schule, die das Gemeinsame Lernens darüber definiert, dass die Schülerinnen und Schüler auch wirklich am Unterricht gemeinsam teilnehmen. Gemeinsames Lernen ist für uns demnach mehr als das Leben in einem Gebäude. Vielmehr soll das Gemeinsame unserer Schülerinnen und Schüler erkannt, benannt und gestärkt werden. Zum Schuljahr 2006/2007 nahm unsere Schule erstmalig Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf, die gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet wurden. Aktuell besuchen etwa 290 Schülerinnen und Schüler die Hauptschule Achenbach, davon werden derzeit 24 Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotional-soziale Entwicklung und geistige Entwicklung in den Jahrgängen 5 bis 9 im Gemeinsamen Lernen unterrichtet. Darüberhinaus ist die Ganztagshauptschule Achenbach seit dem Schuljahr 2013/2014 Referenz- und Beraterschule für den Bereich Gemeinsames Lernen im Kreis Siegen-Wittgenstein, indem sie weiterführende Schulen berät und informiert, die im Zuge des Gemeinsamen Lernens ihre Schule umstellen oder in unserer Institution hospitieren möchten.

Unsere Einstellung

Unser Schulmotto lautet:

“Miteinander lernen und lehren in einer bewegten,

gesunden und inklusiven Ganztagsschule“.


Unsere Arbeit

Dieses „Miteinander“ schließt selbstverständlich Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein. Ein Ziel von Integration ist das Erlernen von gegenseitiger Akzeptanz, die die Basis des sozialen Miteinanders darstellt. Alle Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Erwartungen, Ängsten und Motivationshaltungen zur Schule. Entscheidend sind gemeinsame Lernerfahrungen am gleichen Unterrichtsgegenstand, wenngleich die Lernziele und Lernergebnisse nicht vereinheitlicht werden müssen. Somit werden die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht vom Klassenverband isoliert beschult. Natürlich gibt es auch Unterrichtsphasen, in denen die Integrationsschüler separat, das heißt nach ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten unterrichtet werden, weil der momentane Unterrichtsstoff der Klasse nicht ihrem Leistungsvermögen entspricht. Die Regelschüler profitieren ebenfalls, indem sie in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung gestärkt werden. Dazu zählt die Förderung von Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Verständnis, Toleranz, Perspektivübernahme und Empathie. Dabei haben wir stetig unser Ziel vor Augen: „ So viel Gemeinsamkeit wie möglich, so viel individuelle Förderung wie nötig.“ Unsere Kolleginnen und Kollegen gestalten das Gemeinsame Lernen so, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam und erfolgreich lernen können und eine wohnortnahe Beschulung auch für alle möglich ist. Gerade an einer Ganztagsschule stellt das Schulleben neben dem Unterricht einen wesentlichen Lern- und Erfahrungsraum dar. Um daher jedem Kind im Unterricht gerecht werden zu können, seine Stärken und Schwächen zu fordern und zu fördern, werden unterschiedliche Arbeitsformen eingesetzt. Vor allem in offenen Unterrichtssituationen kann auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden, aber auch Stillarbeitsphasen haben im Schulalltag ihren Platz. Unserer Unterrichtsplanung werden Förderpläne zugrunde gelegt, die von der Förderschullehrerin / dem Förderschullehrer gemeinsam mit den Regelschullehrkräften konzipiert, halbjährig überarbeitet und dem aktuellen Stand der jeweiligen Schülerin / des jeweiligen Schülers angepasst wird.

Unsere zusätzlichen Förderangebote

Im Rahmen des Gemeinsames Lernens bietet die Ganztagshauptschule Achenbach, neben den regulären Fördermaßnahmen und –angeboten, den zu fördernden Schülerinnen und Schülern darüberhinaus die Möglichkeit, an gesonderten Angeboten teilzunehmen, die u.a. die Motorik, den Gleichgewichtssinn, Konzentration und Selbstständigkeit fordern und fördern sollen. Hierzu zählen Angebote im Bereich des Sports, Hauswirtschaft, Musik und Lebensplanung.

Unsere Zusammenarbeit mit der Förderschule

Die Gestaltung des Unterrichts im Bereich des Gemeinsames Lernens erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Pestalozzischule Siegen, eine Förderschule für Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Hierbei liegt es uns besonders am Herzen, die Zusammenarbeit unter den Kolleginnen und Kollegen stetig zu verbessern und halten diesbezüglich intensiven und regelmäßig Austausch mit allen Verantwortlichen. Wöchentliche, in den Stundenplan aller Lehrerinnen und Lehrer integrierte, Besprechungsstunden dienen zum Austausch und zur gemeinsamen Vor- und Nachbereitung gemeinsamer Unterrichtsstunden. Des Weiteren finden regelmäßige Konferenzen und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Bereichen des „Gemeinsamen Lernens“ statt, in denen Erfahrungen ausgetauscht, Änderungen besprochen und Ideen weiterentwickelt und umgesetzt werden. Ebenso finden in regelmäßigen Intervallen Besprechungen zwischen den Schulleitungen beider Schulen statt.

Unser Erfolg

Zum Schuljahresende 2012/2013 haben wir unsere erste integrative Lerngruppe entlassen, welche seit der 5. Klasse von einer unserer ausgebildeten Förderschullehrerinnen als Klassenlehrerin betreut, begleitet und unterrichtet wurde. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt. Schon vor Beginn der 10. Klasse gelang es zwei Schülerinnen und Schülern ihren Förderstatus abzulegen und so den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 zu erhalten. Auch allen weiteren Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf ist es gelungen einen Abschluss an unserer Schule zu erhalten. So erhielten vier Schülerinnen und Schüler einen Abschluss nach Klasse 9 und zwei Schülerinnen und Schüler einen Förderschulabschluss. Dieser Erfolg motiviert uns, auch in Zukunft unsere Schülerinnen und Schüler nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten zu fördern und zu fordern, damit jeder von ihnen einen Schulabschluss bekommen kann.